Wir für Israel

Unsere Stellung zu Israel, Gottes Bundesvolk

Können wir nicht endlich unter unsere Vergangenheit einen Schluss-Strich ziehen?
Nein, denn beim Thema „Israel“ geht es um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Selbst unter der Nazi-Diktatur wagte Mutter Basilea vor der Gestapo zu der Aussage zu stehen, dass Israel, Gottes Bundesvolk eine große Zukunft zu erwarten habe – als klare Folge der Gültigkeit der Heiligen Schrift.

Tiefe Erschütterung über die Schuld unseres Volkes an den Juden im Holocaust brachte unsere junge Schwesternschaft zur Buße. Darum gehört es zum Kern unserer Berufung als Kommunität, zur Versöhnung und Wiederherstellung unserer Beziehung zu Israel beizutragen.

Israel Gottes Bundesvolk

Sühnedienst in und an Israel

Bereits Mitte der 50er Jahre entbrannte in Mutter Basilea das Verlangen, Israel, Gottes Bundesvolk wohlzutun, um Wunden heilen zu helfen. Ab 1957 taten Schwestern Dienst an Holocaust-Überlebenden in Israel, zunächst im Norden des Landes, später in Jerusalem. 1958 erschien Mutter Basileas Buch „Israel – Mein Volk“, das weltweit für viele zum Augenöffner wurde, um den Abgrund der Vergangenheit im Licht der Wahrheit zu erkennen. Während der Auschwitz-Prozesse in Frankfurt war es uns ein Vorrecht, Überlebende aufzunehmen, um ihnen in dieser so schweren Zeit beizustehen.

Israel Gottes Bundesvolk

Jeden Freitag abend beten wir das Israel-Gebet – ein Buß- und Segensgebet – in unserer Mutterhaus-Kapelle. Vor einigen Jahren brachten wir dort am Kruzifix einen gelben Stern an von einer im KZ umgekommenen Jüdin. Er ist uns immer neu eine Mahnung, dass wir nicht den Juden Jesus lieben und Sein Volk hassen können. Als ein bekannter amerikanischer Jude uns kurz darauf besuchte, rief er ganz erschüttert aus: „Wenn in der Nazi-Zeit in allen Kirchen an den Kruzifixen solch ein Stern angebracht gewesen wäre, hätte es keinen Holocaust gegeben!“

Dienst auch vom Ölberg aus

1962 wurden weitere Schwestern ausgesandt, die jahrelang auf dem Ölberg  – damals noch Ost-Jerusalem – einen Gebetsdienst ausführten. Umringt von arabischen Familien, hatten sie viele Möglichkeiten, herzliche Beziehungen aufzubauen. In den vier Jahrzehnten ihres Dienstes dort konnten sie unzählige Pilgergruppen an die Heiligen Stätten führen. Hunderttausende der Hefte „Heilige Stätten heute“ wurden und werden bis heute in vielen Sprachen an den Stätten des Lebens und Leidens Jesu gerne mitgenommen.

Nach Aussage der Heiligen Schrift soll von hier aus erfüllt werden, was die Gemeinde Jesu von Anfang an im Vaterunser betet: „Dein Reich komme!“ . Das „Vaterhaus“ auf dem Ölberg wurde übernommen von der Jerusalemgemeinde Berlin, die auf  dem Berg, auf dem Jesus einst wiederkommen wird (Sacharja 14,4), ein Gebetshaus gegründet hat.

Besucher aus Israel

Es ist uns jedesmal eine große Freude, wenn jüdische Besucher Kanaan aufsuchen – ob alt oder jung, ob Rabbiner aus Israel oder ein Bus mit Bewohnern eines jüdischen Altenheims aus unserem Land … Ihre Dankbarkeit, hier etwas an Liebe und Trost erfahren zu haben, ist beschämend.

Israel, Gottes Bundesvolk

Eine verhängnisvolle Fehlentwicklung

Damit „Sein Reich komme“, gehört es zu unserem Auftrag als Christen aus den Nationen, dem Volk Israel, Gottes Bundesvolk die Steine aus dem Weg zu räumen, die ihnen seit Jahrhunderten den Weg zu Jesus, ihrem Messias, blockiert haben (siehe „Räumt die Steine hinweg“). Bereits in der frühen Kirchengeschichte bahnte sich eine unheilvolle Entwicklung an, die zur ersten Kirchenspaltung führte – zur Trennung von unseren jüdischen Wurzeln, die ganz klar in der Heiligen Schrift aufgezeigt sind.

Israels Erwählung steht fest

Die Erwählung von Israel, Gottes Bundesvolk gilt – sie wurde keinesfalls durch die Kirche  abgelöst, entgegen der sehr verbreiteten „Ersatztheologie“. Die biblische Aussage ist klar: „Wenn nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden, du aber, der du ein wilder Ölzweig bist, in den Ölbaum eingepfropft wurdest und Anteil bekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums, so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen…. Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich“ (aus Römer 11, 17+18).

Und heute?

Wir sind dankbar für alle Möglichkeiten, Holocaust-Überlebenden wohlzutun und sie zu unterstützen, solange sie noch unter uns sind – ob in Israel, hier in Deutschland oder in Ländern unserer Niederlassungen. Als Christen stehen wir an der Seite der Juden als Gottes erwähltem Bundesvolk, unserem „älteren Bruder“, und gegen jede Form von Antisemitismus. Wir stehen ebenso an der Seite Israels, des Landes, das Gott ihnen verheißen und in das Er sie zurückgebracht hat.

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Herr, segne Israel,
das Volk Deiner Liebe,
und lass Dein Vaterauge
über dem Land Deiner Verheißung wachen.

Herr, segne Israel,
das Volk Deiner Liebe,
dass es sich neu seiner Auserwählung bewusst wird
und danach lebt.

Herr, segne Israel,
das Volk Deiner Liebe,
und schenke ihm vollmächtige geistliche Führer.

Herr, segne Israel,
das Volk Deiner Liebe,
dass es seine Zuflucht und seinen Frieden
allein in Dir sucht.

Herr, segne Israel,
das Volk Deiner Liebe,
und lass es in dem gewaltigen Geschehen der Staatsgründung
und der Heimkehr aus vielen Ländern
Deine Hand sehen.

Herr, segne Israel,
das Volk Deiner Liebe,
und wirke durch Deinen Geist,
dass es sich in seiner Bedrängnis
nicht auf Heer oder Kraft verlässt,
sondern auf Dich, der Du allein Israel stärken,
trösten und erquicken kannst.

Herr, segne Israel,
das Volk Deiner Liebe,
dass es sich von der großen Not
nicht niederdrücken lässt,
sondern Dein Geist es umso mehr entfacht
zum Beten, Flehen und zur Umkehr.
Lass ihm in allen Ängsten Trost und Hilfe zuteil werden.

Herr, segne Israel,
das Volk Deiner Liebe,
indem Du bald den heilsgeschichtlichen Weg
mit ihm zum herrlichen Ziel hinausführst.

Herr, segne Israel,
das Volk Deiner Liebe,
sei bei ihm als sein Helfer,
wenn Du es durch das dunkle Tal der Leiden
zum Ziel seiner ewigen Erwählung
hindurchführen musst.

Segensgebete über Israel aus „Hoffnung in einer hoffnungslosen Welt“ – Ein Handbuch für Beter
von M. Basilea Schlink

Impressionen